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Krankheiten

Viele Augenerkrankungen sind heilbar. Hier finden Sie wichtige und interessante Informationen. Die Liste ist jedoch nur ein kleiner Teil der möglichen Erkrankungen und ist kein Ersatz für die Untersuchung und Beratung beim Augenarzt.

Katarakt ("grauer Star")

Eine Katarakt ist eine Trübung der Augenlinse. Dadurch wird das Sehen langsam schlechter: meist ist es nebliger und unschärfer. Es handelt sich um eine Erkrankung, die meistens erst im höheren Lebensalter auftritt. Nur in Ausnahmefällen kommt eine Katarakt bei jungen  Menschen vor. Sie kann jedoch sogar angeboren sein.

Die Krankheit wird auch “grauer Star” genannt.

Die Linse befindet sich direkt hinter der Pupille. Sie sieht dann zunehmend grauer aus. Ist die Trübung nur gering, so erkennt man sie nur am Spaltlampen-Mikroskop. Bei großer Vergrößerung können die Trübungen einem Wasserfall ähneln. “Katarakt” leitet sich vom griechischen Wort für Wasserfall ab.

Eine Katarakt kann operiert werden. Das Risiko ist dabei heutzutage aufgrund verfeinerter Operationstechniken geringer als früher. Bei der Operation wird in der Regel eine Kunstlinse an die Stelle der getrübten Linse eingesetzt. Sie kann lebenslang im Auge verbleiben. Durch die neue Linse kann das Licht wieder frei hindurchtreten und wird nicht mehr verstreut.

Nach der Operation müssen eine zeitlang Augentropfen angewendet werden, deren Art und Menge der Augenarzt bestimmt. Auch nach der Operation muss im allgemeinen eine Brille getragen werden, um das bestmögliche Sehvermögen für die Nähe und die Ferne zu erreichen. Sie wird ein paar Wochen nach der Operation verordnet, wenn alles verheilt ist.

Bei einem Teil der Patienten bildet sich nach einiger Zeit eine schleierartige Verdickung der Membran, in der die Kunstlinse steckt. Dies wird “Nachstar” genannt, weil der Patient eine erneute Trübung bemerkt. Mit einem speziellen Laser kann diese Membran durchtrennt werden, so dass dann das Licht wieder klar hindurchtreten kann.

Glaukom / grüner Star

Das Glaukom, auch “grüner Star” genannt, ist eine Erkrankung des Sehnervs. Dadurch kommt es zum Sehnervenschwund (Opticusatrophie). Unbehandelt führt das Glaukom langsam zur Erblindung. Die Sehschärfe kann lange gut bleiben, aber mehr und mehr Sehnervenfasern fallen aus. Sehr häufig ist bei Menschen mit Glaukom der Augeninnendruck erhöht, wodurch sich der Zustand des Sehnervenkopfes zusätzlich verschlechtert.
Von den Betroffenen wird dies meist erst sehr spät bemerkt, denn chronisch erhöhter Augeninnendruck tut nicht weh. Einmal entstandene Schäden am Sehnerven sind nicht heilbar. Die Erkrankung kann aber gebremst oder sogar angehalten werden. Daher ist die Glaukom-Vorsorgeuntersuchung wichtig.

Maculadegeneration

Die altersbedingte Maculadegeneration ist eine Erkrankung der Netzhaut genau an der Stelle des schärfsten Sehens, der sogenannten Macula. Sie führt nicht zur Erblindung in dem Sinne, dass man kein Licht mehr wahrnimmt, denn die Netzhautbereiche weiter um die Stelle des schärfsten Sehens herum werden nicht betroffen. Jedoch kann die Lesefähigkeit und die Sehschärfe stark beeinträchtigt sein. Diese Erkrankung tritt typischerweise erst im höheren Lebensalter auf.

An Behandlungsmöglichkeiten wird viel geforscht. Eine dauerhafte Heilung ist nicht zu erreichen.

“Intravitreale Injektionen”
Liegt jedoch die sogenannte “feuchte” Form der Maculadegeneration vor, die leider besonders schnell voranschreitet, kann in manchen Fällen ein Behandlungsversuch eine zumindest vorübergehende Stabilisierung bringen. Diese Behandlung beinhaltet eine Medikamentengabe mittels Spritze in das Auge, damit der Wirkstoff dicht an die Macula herankommt. Dieser Wirkstoff hemmt das Wachstum von krankhaften Blutäderchen, die bei der feuchten Maculadegeneration eine wichtige Rolle spielen. Oft kann die Verquellung (Ödem) der Macula zurückgedrängt werden.
Für diese Art der Therapie werden besondere Geräte zur Voruntersuchung und Verlaufskontrolle (z.B. OCT, Fluoreszenz-Angiographie) benötigt. Stets sind Voruntersuchungen notwendig. Die Behandlung benötigt oft mehrere Medikamenten-Spritzen in Abständen von meist ca. einem Monat. Die Spritzen werden unter sterilen Bedingungen im OP gegeben. Zur Betäubung sind lediglich Augentropfen erforderlich.

Sollte bei der augenärztlichen Untersuchung ein Verdacht auf die sogenannte “feuchte” Form der Maculadegeneration festgestellt werden, können weitere Schritte zur Abklärung unternommen werden, ob eine Behandlung möglich ist.

Strabismus / Schielen

Schielen (Strabismus) ist eine Fehlstellung der Augen. Dabei können die Augen nach innen, außen, in der Höhe versetzt oder auch verrollt zueinander stehen. Die Ursache ist eine fehlerhafte Ansteuerung der Augenmuskeln durch das Gehirn oder eine Augenmuskellähmung. Bei Augenmuskellähmungen ist das Schielen nicht in allen Blickrichtungen gleich. In manchen Fällen hängt ein Innenschielen mit einer starken Weitsichtigkeit zusammen. Hier ist manchmal eine entsprechende Brille ausreichend, um das Innenschielen zu beseitigen.

Wenn durch das Schielen beide Augen unterschiedliche Bilder an das Gehirn liefern, entstehen Doppelbilder. Bei vielen Menschen ist ein verstecktes Schielen vorhanden, und wenn das Gehirn gedämpft wird – zum  Beispiel durch Alkohol -, kann die Ansteuerung der Augenmuskeln vorübergehend gestört sein. Der sonst vorhandene Ausgleich des versteckten Schielens funktioniert nicht mehr, sie sehen dann doppelt.
Wenn zum Beispiel durch einen Schlaganfall eine Augenmuskellähmung eintritt, entsteht ein Lähmungsschielen und damit auch Doppelbilder. Diese sind dann in einer bestimmten Blickrichtung am schlimmsten.

Besteht das Schielen aber bereits in der Kindheit, so werden meist keine Doppelbilder wahrgenommen. Das Gehirn ist noch in der Entwicklung und in der Lage, einen der beiden konkurrierenden Seheindrücke zu unterdrücken. Dies ist jedoch eine große Gefahr für das Sehvermögen: Die betroffene Seite wird lebenslang schwachsichtig bleiben, auch wenn der Augapfel an sich in Ordnung ist. Keine Brille kann dies dann noch korrigieren.

Aus diesem Grunde muss eine Abdeckbehandlung des anderen, guten Auges erfolgen, um das benachteiligte Auge zu fördern. Dies kann sehr langwierig sein. Die Erfolge sind um so besser, je früher eine Schwachsichtigkeit entdeckt wird. Nur solange das Gehirn noch in der Entwicklung ist, kann die Schwachsichtigkeit beeinflusst werden. Daher ist eine Augenuntersuchung bereits im Kleinkindalter wichtig. Später kann schon viel verloren sein.

Die Abdeckbehandlung beseitigt nicht das Schielen, sie ist gegen die Schwachsichtigkeit, also die Folgen des Schielens gedacht.
Eine Schiel-Operation an den Augenmuskeln wird meist erst vor der Einschulung durchgeführt. Wird jedoch die Abdeckbehandlung auch erst im Schulalter durchgeführt, so sind keine wesentlichen Erfolge für die Sehschärfe mehr zu erwarten, und eine bleibende Schwachsichtigkeit ist wahrscheinlich.

Für die Untersuchung des Schielens gibt es eine besondere Berufsausbildung, die der Orthoptistin. Sie arbeitet in einer orthoptischen Abteilung, die oft auch Sehschule genannt wird. In der Sehschule werden Patienten mit Augenmuskelstörungen und Störungen des beidäugigen Sehens untersucht und behandelt.

Fehlsichtigkeit

Myopie (“Kurzsichtigkeit”) zeigt sich darin, dass nahe Objekte schärfer zu erkennen sind als weiter entfernte. Hier ist eine Brillenkorrektur in der Regel erforderlich.
Bei Kurzsichtigen ist eine Untersuchung der Netzhaut (des “Augenhintergrundes”) sinnvoll, weil ein  erhöhtes Risiko für Netzhautablösungen besteht.

Hyperopie (“Weitsichtigkeit”) bedeutet, dass das Sehen in der Ferne besser ist als in der Nähe. Allerdings können junge Menschen diese Fehlsichtigkeit teilweise ausgleichen, was sie jedoch mit zunehmendem Alter immer mehr anstrengt. Deshalb ist bei weitsichtigen Kindern und jungen Erwachsenen nicht immer eine Brille notwendig. Eine starke Weitsichtigkeit kann aber Grund für ein Innenschielen sein, welches dann mit Brille verschwinden oder geringer sein kann.

Astigmatismus (“Stabsichtigkeit”) ist eine Fehlsichtigkeit, bei der punktförmige Objekte zu einem Strich verzerrt wahrgenommen werden. Hier sind kompliziertere Brillengläser notwendig, die man im Brillenrezept an der Angabe “cyl.” für Cylinder und einer Gradzahl erkennt. Die Brechkraft dieser Gläser ist in zwei zueinander senkrecht stehenden Achsen unterschiedlich.

Presbyopie (“Alterssichtigkeit”) bedeutet nachlassende Einstellungsfähigkeit für Objekte in der Nähe, z.B. beim Lesen. Hier werden Lesebrillen verschrieben, so dass Bücher oder Zeitung wieder in einem bequemen Abstand gelesen werden können und Naharbeit nicht mehr so anstrengt. 
Mit Lesebrillen sieht man nur in der Nähe gut, in der Ferne ist alles unscharf. Das ist das Problem bei Computer-Arbeitsplätzen, weil hier mit einer Lesebrille der Monitor bereits in einem Abstand stehen kann, in dem schon die Unschärfe beginnt. Gleitsichtbrillen können eine gute Hilfe sein, haben aber auch ihre Nachteile und sind sehr teuer.

Diabetes

Diabetiker (Zuckerkranke) sollten unbedingt zur regelmäßigen augenärztliche Kontrolle. Der Augenarzt kann an der Netzhaut am “Augenhintergrund” den Zustand der Blutadern untersuchen und damit dem Hausarzt, Internisten oder Endokrinologen wichtige Informationen liefern. Denn nur am Auge kann man die Blutadern und ihre Diabetes-bedingten Schäden direkt sehen, obwohl diese Schäden dann natürlich an anderen Organen (zum Beispiel den Nieren) auch vorhanden sind.

Bei fortgeschrittenen Schäden ist manchmal eine Laserbehandlung der Netzhaut notwendig. Das Ziel dieser Behandlung ist, die weitere Verschlechterung des Zustandes der Netzhaut zu bremsen oder im Idealfall aufzuhalten. 
Bei einem Voranschreiten der diabetischen Netzhauterkrankung kann es bis zur Netzhautablösung und Erblindung kommen.
Das A und O ist jedoch eine gute Blutzucker- und Blutdruckeinstellung.

Netzhautablösung

Eine Netzhautablösung ist eine große Gefahr für das Auge, da sie zur Erblindung führen kann. Das Wahrnehmen von Lichtblitzen, die nicht wirklich vorhanden sind, kann ein Alarmzeichen sein. Nicht immer muss jedoch eine Netzhautablösung dahinterstecken. Auch bei dunklen Schatten, die sich wie eine Mauer oder ein Vorhang vorschieben, muss man an eine Netzhautablösung denken und sich unverzüglich augenärztlich untersuchen lassen.

Eine Netzhautablösung entsteht, wie der Name schon sagt, wenn sich die Netzhaut von der Unterlage, nämlich der Augapfelrückwand, abhebt. Meistens ist zuvor ein Loch oder Riss in der Netzhaut entstanden, zum Beispiel bei starker Kurzsichtigkeit, durch einen Schlag auf das Auge oder durch eine eingerissene Anheftungsstelle des sogenannten Glaskörpers, der das Augeninnere ausfüllt. Durch diese Öffnung kann sich Flüssigkeit hinter die Netzhaut wühlen und sie von ihrer Unterlage immer weiter abheben. Sie kann aber auch durch krankhafte Gewebestränge, die mit der Netzhaut verbunden sind, abgezogen werden, wie dies im Endstadium der diabetischen Netzhauterkrankung vorkommt.

Von ihrer Unterlage, der Aderhaut, wird die Netzhaut aber auch ernährt. Darum verliert sie bei einer Ablösung ihre Funktionskraft. Das Licht wird nicht mehr richtig wahrgenommen, so dass der betroffene Bereich  dunkler erscheint.

Eine Netzhautablösung muss operiert werden. Bei ihren Vorstufen, also Netzhautschwachstellen oder Netzhautlöchern, ist oft eine Laserbehandlung zur Absicherung dieser Stellen möglich.

Trockenes Auge

Mit “trockenem Auge” bezeichnet der Augenarzt den Zustand mangelnder Schmierwirkung des Tränenfilms. Das trockene Auge kommt sehr häufig vor. Wenn der Tränenfilm in der Zeit zwischen zwei Lidschlägen aufreisst, also quasi abperlt, liegt die empfindliche Hornhaut des Auges immer wieder trocken. Dadurch kommt es häufig zu Brennen, Druck- oder Sandkorngefühl. Die Menge der zu Verfügung stehenden Tränen kann vermindert sein. Durch das Reibegefühl kann vielfach aber auch ein verstärkter Tränenfluss ausgelöst werden, trotzdem ist auch dann die Schmierwirkung der Tränen oft zu gering.

Grund für die verminderte Schmierwirkung kann eine ungünstige Zusammensetzung der Tränen sein. Die Tränen bestehen nämlich nicht nur aus Wasser und Salzen, sondern auch aus fettigen und schleimigen Bestandteilen.

Eine endgütige Heilung dieses Zustandes gibt es in der Regel nicht. Die Schmierwirkung des Tränenfilms kann jedoch durch bestimmte Augentropfen verbessert werden, so dass die Beschwerden geringer werden, solange die Augentropfen angewendet werden. 
Wird tatsächlich zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet, so kann der Verschluss eines Tränenabflussganges Linderung bringen.